SEMINAR TRIFFT FAMILIENURLAUB

Für Ende August stand eine besondere Reise im Kalender: zu meiner Ausbildung zum artgerecht Babycoach nach Berlin. Da das dreitägige Seminar in den Räumlichkeiten der Jugendherberge Berlin Ostkreuz stattfand, lag es nahe, dort ein Zimmer zu buchen. Ein wenig mulmig war uns schon bei dem Gedanken „Jugendherberge“, hatten wir doch das Bild von Klassenfahrten unserer Schulzeit im Kopf: laut, alles andere als sauber, abgenutzte Einrichtung, Gemeinschaftsbad. War das das Richtige für ein paar Tage Familienzeit? Papa und Kind sollten schließlich mitkommen.

Ein Blick auf die Internetseite der Jugendherberge schaffte bereits Klarheit. Dort werden explizit auch Familien als Gäste angesprochen, jedes Zimmer hat ein eigenes Bad und die Bilder ließen erahnen, dass die letzte Sanierung noch nicht allzu lange zurück lag. Gebucht.

Vor Ort hat sich der positive Eindruck, den wir durch die Vorab-Recherche gewonnen hatten, bestätigt. Unser Familienzimmer war sehr sauber, die Einrichtung neu und gepflegt. Die hohen Decken im sanierten historischen Gebäude schaffen einladend helle Räume. Und da wir ein barrierefreies Zimmer erwischt hatten, war es zudem sehr geräumig. Einzig die Lautstärke erinnerte uns an vergangene Aufenthalte in Jugendherbergen – das liegt in diesem Fall aber nicht an nachts Party machenden Schülern, sondern ist der Lage am Ostkreuz geschuldet und war durchaus absehbar.

Erschöpft von der Fahrt waren wir froh um den kleinen Spielplatz auf dem Hof der Herberge, den wir in den folgenden Tagen oft genutzt haben. Kurz mal raus und bewegen, ohne groß durch die Stadt fahren zu müssen – prima.
Und schwuppdiwupp ist Schlafenszeit. Also haben wir entschieden, schnell auch noch das Abendessen in der Jugendherberge zu testen. Wer hier Hotelstandard erwartet, wird enttäuscht, ganz klar. Doch mit Rohkost vom Salatbuffett und ausgewählten Komponenten aus den täglich zwei angebotenen Gerichten – eines vegetarisch, eines für Fleischesser – konnten wir uns hier dennoch gesund und entsprechend der Unverträglichkeiten ernähren. Ähnlich war es beim Frühstück, das bereits im Übernachtungspreis inklusive ist.

Auch während der Seminarzeit stellte sich heraus, dass Weiterbilden und „Wohnen“ an einem Ort für uns eine wunderbare Lösung war. Papa und Kind hatten auf dem großen Gelände der Jugendherberge ausreichend Platz zum Toben, Klettern, Laufrad fahren, Steine und Kastanien sammeln und Mama war nur wenige Schritte entfernt und bei großem Kummer oder Sehnsucht sofort erreichbar. Jederzeit gern wieder so.

12 Kommentare

  1. Liebe Anja,
    Wow – bei den Bildern hätte ich auch mal null an Jugendherberge gedacht. Ich habe da auch ganz andere Erinnerung an Jugendherbergs-Aufenthalte in meiner Jugend 😉 Da hat sich wohl einiges geändert.
    Schade, dass die Jugendherbergen auch so dolle unter Corona leiden – sie sterben ja quasi aus während dieser Pandemie.
    Liebe Grüße von Miriam von Nordkap nach Südkap

  2. Ach, ich habe das Gebäude gar nicht als Jugendherberge wahr genommen. Wieder was gelernt 🙂 Die Zimmer sehen ja wirklich ganz einladen aus. Wie empfandest Du das Preis-Leistungs-Verhältnis? Interessantes Gebäude in jedem Fall. Leibe Grüße, Mandy

    • Liebe Mandy,
      für den Preis hätten wir gewiss auch ein Hotelzimmer bekommen, doch dann hätten wir es mit dem Seminar weniger entspannt gehabt. Da die Herberge durchaus Hotelniveau hat, empfanden wir den Preis als gerechtfertigt.
      Herzlichen Gruß
      Anja

  3. Ich liebe Backsteinhäuser, warum kann ich nicht mal genau erklären. Vielleicht weil es ein ganz besonderes Feeling ist.

    Cool wenn man Weiterbildung und Urlaub so perfekt kombinieren kann. Aber war der Zugverkehr nicht laut?

    Liebe Grüße, Katja

  4. Eine Jugendherberge würde ich heute vermutlich gar nicht mehr buchen. Das liegt vermutlich an den ERfahrungen aus der Schulzeit. Kleine Zimmer, Essen selber kochen und dann noch spülen? Andererseits hätte ich nur anhand der Bilder nicht an eine Jugendherberge gedacht. Vielleicht sollte ich doch nochmal drüber nachdenken?

  5. Für eine Jugendherberge sieht das Zimmer wirklich super schick aus. Ich verstehe total, dass du da am Anfang Bedenken hattest. Ich kenne Jugendherbergen auch noch aus meiner Schulzeit und damals sahen die wirklich anders aus.

    Mir ging es übrigens mit Hostel ähnlich. Da dachte ich auch ganz lange, dass das nicht (mehr) für mich ist. Bis ich eine richtig tolle Erfahrung gemacht habe. Nun würde ich durchaus wieder in eines gehen.

    Liebe Grüße
    Jana

    • Liebe Jana, danke für deinen Kommentar.
      Nun, es gibt einfach von der Jugendherberge bis zum 5-Sterne-Hotel in der jeweiligen Kategorie große Unterschiede in der Qualität. Aber die guten Erfahrungen zeigen uns doch, dass sich ein Versuch durchaus lohnt.
      Herzlichen Gruß
      Anja

  6. Hallo, erstmal „was ist ein Babychoach“?
    In einer Jugendherberge habe ich schon lange nicht mehr übernachtet aber dein Bericht zeigt, dass meine Vorstellungen davon sehr antiquiert sind.
    Liebe Grüße von
    Ute reist

    • Liebe Ute, als artgerecht Babycoach unterstütze ich Eltern in der bindungs- und bedürfnisorientierten Begleitung ihrer Kinder. Es geht oft um Themen wie Stillen, Tragen, Windelfrei, Beikost und Schlaf. Aber auch ganz eigenes, individuelle Themen, können besprochen werden.
      Herzlichen Gruß
      Anja

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