BLUMENWIESE UND WASSERFALL: SPIELWELTEN FÜR LANGE SOMMERABENDE VON AMIGO

* Mit lautem „Haps haps haps“ und schelmischem Grinsen mopst der Baby-Grizzly seiner Bärenmama den frisch gefangenen Lachs. Letztere steht also weiterhin mit knurrendem Magen am reißenden Bach und wartet auf flussaufwärts springende Fische. Die, einmal in der großen Bärentatze, sogleich vom Kind weggemümmelt werden.

Wer diese Runde des Kinderspiels „Grizzly“ aus dem Programm des Spieleverlags AMIGO Spiel + Freizeit GmbH gewinnt, ist absehbar. Wobei, verspeiste Fische können am Ende kaum gezählt werden. Aber zurück zum Anfang.

Lachsfang am Wasserfall: „Grizzly“

Denn zunächst gilt es, aus dem umgedrehten Spielkarton und dem faltbaren Spielbrett einen Wasserfall mit Bärenfelsen aufzubauen. Die fünf Wasserbahnen des Flusses werden danach mit Wasserplättchen bestückt und die Fische unterhalb des Wasserfalls in den Fluss gesetzt. Die Bären der zwei bis vier Mitspieler dürfen nun von ihren Lieblingsplätzen auf dem Bärenfelsen aus die muntere Lachswanderung beobachten.

Dieselbe beginnt mit dem Würfeln des ersten Spielers. Je nach Anzahl der Mitspieler legen drei bis fünf Würfel fest, wie viel Wasser in den Wasserbahnen fließt und wie viele Lachse den Sprung den Fluss hinauf schaffen. Jeder Spieler würfelt in seiner Runde mit allen Würfeln, wobei ein jeder davon für die der Würfelfarbe entsprechende Flussbahn steht. Die gewürfelten Ereignisse werden immer in der Reihenfolge Wasser, Lachse, Bären vorgenommen.

Hungrige Bären auf Beutezug

Entsprechend der Anzahl der Symbole auf den Würfeln werden je Wasserlauf null bis zwei Wasserplättchen nachgeschoben. Bären und Lachse, die sich dabei an der Kante zum Wasserfall befinden, rauschen hinunter. Hinabgespülte Fische tummeln sich weiter im Wasser, während die Grizzlys ihre Lachsjagd vom Bärenfelsen aus erneut beginnen müssen – Lachse, welche die Bären noch nicht in Sicherheit gebracht hatten, verlieren sie im Fluss.

Danach sind die Wasserbewohner an der Reihe. Je nachdem wieviele Fische der Würfel für eine Bahn zeigt, wandern Lachse den Wasserfall hinauf.

Als letztes dürfen die Bären auf Beutezug gehen. Reihum bewegen die Spieler ihre Grizzly-Figuren beliebig viele Schritte auf waagerecht und senkrecht angrenzende Wasserplättchen. Mit dem Ziel, möglichst viele Lachse zu haschen. Was gelingt, wenn ein Bär seinen Zug auf einem der Fische beendet. Doch Vorsicht! Felsen zwischen den Wasserbahnen sowie andere Bären blockieren den Weg. Und der Wasserfall birgt Gefahren. Denn am Abgrund kämpfen zwar die meisten Lachse gegen die Strömung an, doch diese kann selbst den stärksten Bären mitsamt seinem Fang in die Tiefe reißen.

Deshalb ist es ratsam, erbeutete Fische beizeiten auf dem Felsen abzulegen. Denn nur dort sind sie in Sicherheit. Dafür ist es nötig, den Bären während eines Spielzuges auf einer beliebigen Wasserbahn auf den Bärenfelsen zu lotsen. Nun gehören die Lachse dem Spieler und gehen am Spielende mit in die Wertung.

Der beste Fischfänger gewinnt

Doch bis dahin kann noch einiges Wasser den Fall hinabstürzen, können noch einige Fische springen und gefangen werden. Denn die letzte Runde beginnt erst, wenn der Wasservorrat verbraucht und die übrigen zehn Plättchen unter dem großen Stein angebrochen werden. Hingegen endet das Spiel sofort, sollte die gewürfelte Anzahl an Lachsen nicht mehr unterhalb des Wasserfalls vorhanden sein. Gewonnen hat dann, wer die meisten Lachse auf dem Bärenfelsen deponiert hat. Fische, welche die Bären zu dem Zeitpunkt noch in den Tatzen halten, werden zur Hälfte gezählt.

Kreativität gefragt: Spielvarianten für Jungbären

Während wir erwachsenen Bären regelkonform durch den Flusslauf gestapft sind, durfte unser Bärenkind auch Steine und Felsbrocken überspringen und diagonal das Wasser durchqueren. So können wunderbar auch Kinder auf Lachsfang gehen, die das empfohlene Alter von sechs Jahren noch nicht erreicht haben. 
Das Kinderspiel „Grizzly“ von den Spieleautoren Anna Oppolzer und Stefan Kloß ist mit etwa zwanzig Minuten Spieldauer und den komplexen Spielrunden mit mehreren Ereignissen ein spannendes Spiel für die ganze Familie – mit Kindern, die schon etwas Spielerfahrung mitbringen. Mit entsprechenden selbstkreierten Sonderregeln sind auch Spielanfänger oder jüngere Geschwister mit dabei, die gewiss gern Aufgaben wie das Nachschieben der Wasserplättchen oder das Fischspringen übernehmen.

Turbulentes Abenteuerspiel für die ganze Familie

Die Mischung aus Glücks- und Strategiespiel in Verbindung mit den sich dynamisch verändernden Spielbedingungen macht „Grizzly“ zu einem turbulenten Abenteuerspiel für Klein und Groß. Die Würfel geben zwar die Intensität des Wassers und die Zahl der Fische vor. Doch wie weit sich der Bär dem Wasserfall nähert, um möglichst viele Lachse zu erwischen, jedoch nicht in den Fluss hinab zu brausen, muss jeder Spieler in jeder Runde aufs Neue abwägen. Logisches Denken und die Kombination mehrerer möglicher Ereignisse werden spielend gefördert. Bis das Wasser wieder fließt und die überlegte Strategie den Wasserfall hinabstürzt.

Dreidimensionale Spiellandschaft aus Pappe und Holz

Doch wer einmal eintaucht in die pitschpatschnasse Welt des Lachsfangens, lässt sich von einer Rutschpartie im Wasserfall sicher nicht abschrecken. Zumal der Schauplatz des Spiels überaus einladend und kindgerecht gestaltet ist. Aus Pappe entsteht ein bewegliches Spielarrangement, ausgestattet mit vielen liebevollen Details. Die Felsen zwischen den Wasserbahnen sind beispielsweise nicht etwa eindimensional angelegt, sondern erheben sich aus dem Fluss. Jeder der Grizzlys hat seinen ganz eigenen, freundlichen Charakter und selbst unter den Fischen herrscht Vielfalt. Und sogar im Spielkarton ist das Thema des Wasserfalls umgesetzt. Als weiteres Material kommt bei den Spielfiguren und Würfeln lediglich Holz zum Einsatz. Ohne die kleinen Kunststoffbeutel für die Verpackung der Spielsteine und Würfel käme „Grizzly“ also vollends plastikfrei daher.

Anspruchsvolle Spiele für lange Sommerabende

Da die dreidimensionale Flusslandschaft vor jedem Spiel aufgebaut wird, eignet sich „Grizzly“ besonders, wenn zeitlich auch noch eine zweite oder dritte Partie spielbar ist – für lange Spielerunden an warmen Sommerabenden.

Ähnlich aufwendig aus natürlichen Materialien gestaltet ist das Kinderspiel „Honigtöpfchen“. Und allein der bunten Bienen auf Nektarsuche wegen passt es ebenfalls gut in die blumenreichen Jahreszeiten.

Gemeinsam auf Nektarsuche: „Honigtöpfchen“

Während bei den Grizzlys ein jeder selbst die meisten Lachse erbeuten möchte, halten die Bienen zusammen und spielen miteinander gegen den sich ankündigenden Herbst. Bis zu vier Bienchen können dabei gemeinsam von Blume zu Blume summen. Mit dem Ziel, den Nektar aus allen Wiesenblumen zu sammeln, bevor das braune Herbstblatt zu Boden gefallen ist.

Der Würfel gibt reihum oder bei einem Spieler immer wieder vor, ob die Bienen fliegen oder das Blatt. Fällt eine der Ziffern von Eins bis Fünf, dürfen die Bienenspieler gemeinsam entscheiden, welche der Bienen sich auf den Weg machen soll. Bestenfalls landet sie dabei auf einer Blume, deren Honigtopf-Symbol ihrer Farbe entspricht. Denn nur so kann der Nektar geschlürft und die Blume durch Umdrehen in ein Honigtöpfchen verwandelt werden. Sind zwei Honigtöpfe auf einer Blume, muss vor der Honigproduktion noch die entsprechende zweite Biene auf der Blüte landen.

Herbst oder Bienen: Wer gewinnt?

Würfelt ein Spieler das Herbstblatt, muss eines der Blätter in der Mitte des Blumenkreises umgedreht werden. Die Ziffer von Null bis Zwei darauf gibt vor, um wie viele Felder das große Herbstblatt an der Herbstleiste dem Boden entgegen segelt. Sobald das Blatt den Boden berührt, endet das Spiel mit dem Herbst als Gewinner.

Schaffen es die Bienchen jedoch vorher, aus dem Nektar aller Blüten Honig zu zaubern, gewinnen sie gemeinsam. 

Kooperatives Spiel bringt Kinder verschiedenen Alters zusammen

Mit einer Spieldauer von ungefähr fünfzehn Minuten und einfachen Spielmechanismen ist „Honigtöpfchen“ vom Spieleautor Wolfgang Dirscherl bereits für Kinder ab einem Alter von fünf Jahren vorgesehen. Da es sich um ein kooperatives Spiel handelt, können durchaus auch jüngere Kinder bereits mit überlegen, welche Biene zu welcher Blume losschwirren soll. So ist gemeinsames Spielen sogar für Kinder unterschiedlicher Altersgruppen möglich. Gemeinsames Abwägen von Möglichkeiten und Entscheiden in einer kleinen Gruppe wird spielerisch geschult.

Auch für „Honigtöpfchen“ hat der Spieleautor zusammen mit dem Grafiker Michael Menzel dem Thema entsprechendes, stimmungsvolles Spielmaterial entwickelt. Bis auf die farbigen Bienen und den Würfel aus Holz sind alle Utensilien hochwertig aus stabiler Pappe gefertigt. Gut zu greifen für kleine Kinderhände und auch bei wildem Bienenflug langlebig.

Plastikfreie Spielwelten

„Grizzly“ und “ Honigtöpfchen“ – beide Kinderspiele sind eindrucksvolle Beispiele für kunststofffreie Vielfalt und Abwechslung auf dem Spieltisch. Allein aus Pappe und Holz sind die fantasievollen Spiellandschaften samt Zubehör gestaltet. Und stehen in unseren Augen den abenteuerlichen Plastikkonstruktionen anderer Spiele in nichts nach. Im Gegenteil.

In der Zwischenzeit hat sich das Grizzly-Kind gleich drei große Lachse geangelt. Aus Papas Tatzen.

Fotos: Anja Jürges/STADT LAND WELTentdecker
Spielecover und -grafiken: AMIGO Spiel + Freizeit GmbH;
Anna Oppolzer, Stefan Kloß (Autoren Grizzly); Fiore GmbH (Grafik Grizzly);
Wolfgang Dirscherl (Autor Honigtöpfchen); Michael Menzel (Grafik Honigtöpfchen)

* Der Beitrag ist in Kooperation mit der AMIGO Spiel + Freizeit GmbH entstanden, Werbung also. Gestellt wurden die Spiele „Grizzly“ und „Honigtöpfchen“, der Text ist unbezahlt und zeigt lediglich unsere Erfahrungen und Meinung. DANKE für die Spieleauswahl und die vertrauensvolle, offene und herzliche Kommunikation, liebe Katharina! ♡

Weitere AMIGO-Spiele findet ihr hier, all unsere Kinderspiel-Entdeckungen sind hier gesammelt, weitere Spielideen findet ihr in unserer SpielWELT.

14 Kommentare

  1. Die Ausführung von „Grizzly“ und “ Honigtöpfchen“ ist wirklich toll. Da bekomme ich Lust die Spiele zu verschenken.
    Alles Liebe
    Annette

  2. Liebe Anja,

    die Amigo Spiele habe ich mittlerweile auch lieben gelernt. Diese hier kannte ich noch nicht, finde die Idee mit den dreidimensionalen Spielbrett klasse. Ist mal was anderes.
    Besonders mag ich, dass die Spielzeit für Kinder angemessen lang ist. Das „Honigtöpfchen“ Spiel finde ich besonders niedlich.

    Liebe Grüße
    Mo

    • Liebe Mo,
      die dreidimensionale Spiellandschaft aus „Grizzly“ beeindruckt uns auch sehr. Aber auch „Honigtöpfchen“ ist mit viel Liebe zum Detail gestaltet worden. Wir können beide Spiele empfehlen. 🙂
      Herzliche Grüße
      Anja

  3. Huhu,

    da Spiel finde ich ja total goldig und detailreich. Sehr schön verarbeitet und ich finde auch die Spielidee dahinter klasse. Ein rundum schönes durchdachtes Brettspiel!

    Schöner Tipp!

    LG Steffi

  4. Ich kenne viele Spiele von AMIGO, aber diese beiden habe ich tatsächlich noch nicht ausprobiert! „Grizzly“ kannte ich aber schon vom Spielprinzip her und finde es richtig toll! Immer wieder toll, wie man auf solche Ideen kommt! Ich will auch Spieleautor werden 🙂

    Liebe Grüße
    Jana

  5. Das ist ja wirklich ein toll gestaltetes Spiel. Superschön! Und weil ich ein großer Fan von Kanada bin, gefällt es mir nochmal doppelt so gut. Bären und springende Lachse habe ich dort so gerne beobachtet. Hach, da packt mich gleich das Fernweh…
    LG Renate von Trippics

  6. Hi Anja,
    mensch mit diesen beiden Spielen ist den Spieleentwicklern ja wieder einmal eine völlig neue Spielidee eingefallen! So wie du sie beschrieben hast kann ich mir sehr gut vorstellen dass sie meinen Freunden und ihren Kindern sehr viel Spaß machen werden.
    Ich werde sie gleich bestellen und bin gespannt was sie anschließend sagen.
    LG
    Stephan

  7. Liebe Anja,
    Das klingt nach zwei tollen Spielen. Bei den Bären und dem Lachsfang musste ich sofort an den Film „Bärenbrüder“ denken – kennst du den? Auch wenn ich die Bären auf den Figuren süß finde, ich würde mir stabilere Spielfiguren wünschen, entweder in Bärenform oder so gelöst wie bei dem Bienenspiel. Das spricht mich eher an. Aber insgesamt gefällt mit auch das Spielfeld von dem Bärenspiel richtig ugt.
    Liebe Grüße von Miriam von Nordkap nach Südkap

    • Liebe Miriam,
      von den Bärenbrüdern habe ich bislang nur gehört, den Film aber noch nicht gesehen.
      Das mit den hölzernen Spielbären ist eine tolle Idee, vielleicht ja für eine Überarbeitung des Spiels?
      Herzliche Grüße
      Anja

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