ZURÜCK ZU DEN WURZELN: IM RESTAURANT ROOTS TRIFFT BODENSTÄNDIGE KÜCHE AUF EINE PRISE FEENSTAUB

* Mozzarella, Tomaten und Basilikum. Zander, Fenchel und Johannisbeeren. Aprikosen, Quark und Vanilleeis. Im roots ist, wenn überhaupt, wenig Unbekanntes auf der Speisekarte zu finden. Nicht grundlos. Denn der Name des kleinen Restaurants und Bistros im Zentrum der Saalestadt Halle ist Programm. Das Team um Inhaber und Koch Christian Benndorf serviert stimmige Kreationen aus regionalen Zutaten. Unaufgeregt, ehrlich und verdammt lecker.

Essen in gemütlicher Gartenatmosphäre

Wir erwischen bei unserem Besuch der Lokalität in der Großen Ulrichstraße 23 einen der wirklich sonnigen Sommertage, mit denen die eigentlich wärmste Jahreszeit in den vergangenen Monaten ziemlich gegeizt hat. In der Abendsonne radeln wir also durch die Innenstadt und genießen den lauen Ausklang des Tages an einem Tisch auf dem gemütlichen, kopfsteingepflasterten Restauranthof. Holz-Metall-Klappmobiliar und bunte Lichter zwischen Baum und Balkon verbreiten Gartencharme. Das Kind flitzt herum, tobt, während wir auf das Essen warten.

Von drinnen leuchtet inzwischen warmes Licht nach draußen, durch die weit geöffnete Tür und große Fenster. Gemütlichkeit. Tische und Stühle in hellem Holz, Wand und Boden aus natürlichen Materialien, große gerahmte Fotografien in dezenter Farbgebung, frische Blumen und Kerzenlicht bringen schlichte, stilvolle Wohnlichkeit in den Raum.

Die Holztreppe hinauf ein ähnliches Bild. Etwas gediegener. Schwere, dunkle Holztische kombiniert mit minimalistischen Lederstühlen, eine dunkelblaue Wand. Die Innenraumgestaltung ist hochwertig und dabei angenehm geradlinig. Ohne Krönchen auf dem Kopf, ohne Glitzer und Blingbling. Passend zu dem, was wir einen Mangosaft und ein Cranberry-Rosmarin-Wasser später auf unseren Tellern finden.

Regionale Zutaten in raffinierten Kompositionen

Wir beginnen mit Blumenkohl. Gebacken in Tempura-Teig, dazu Sriracha-Majo und zweierlei Sesam. Das Kind ist begeistert vom goldknusprig versteckten Gemüse, Mama und Papa bekommen den dekorativen Rest. Sowie die zweite Vorspeise – Büffel-Mozzarella mit Sherry-Essig und Basilikum – abzüglich der Gartentomaten. Die saftigrot leuchtenden Halbkugeln schnappt sich das Kind.

Als Hauptgang erwartet uns Zanderfilet. Auf der Haut gebraten, ist dieselbe so geschmackvoll-knusprig, dass schnell klar ist, dass hier das jüngste Familienmitglied schmaust. Die Großen essen sich rundherum durch Fenchel-Bonbon, Spitzkohl und Johannisbeeren. Die Pfifferling-Linguine auf dem zweiten Teller werden vom Kind nur soßenfrei vom Rand geräubert. Dabei kommen Pilze, Erbsenkresse, getrocknete Tomaten, Parmesan und Kräuter erstaunlich mild daher.

Den süßen Abschluss machen Aprikosen-Strudel und Crème Brûlée. Ersterer in Begleitung von Quark, Limette und Vanilleeis. Die gebrannte Crème mit Karamell, Beeren und Feenstaub. Beides wenig zuckrig – prima. Zugegeben, auf die Crème Brûlée waren wir besonders gespannt. Nicht nur, da diese zu unseren favorisierten Nachspeisen zählt und es so schwierig ist, sie trotz der geballten Ladung Zucker obendrauf nicht allzu süß, sondern vanillecremig zu gestalten. Auch der „Feenstaub“, der auf der Karte als Zutat der Süßspeise aufgeführt ist, machte uns neugierig. Hier hätten wir tatsächlich etwas mehr Magie erwartet, als Puderzucker sie bieten kann.  

Speisen für die Augen und den Magen

Die Gestaltung und das Arrangement der Speisen trifft das Wurzel-Thema auf den Punkt. Wir bekommen das Gewählte. Nicht mehr, nicht weniger. Und wir sehen ganz genau, was wir essen. Alle auf der Karte unter dem jeweiligen Gericht aufgelisteten Zutaten sind erkennbar – optisch und geschmacklich. Hier gaukelt nichts vor, etwas anderes zu sein. Die Zutaten selbst sind so qualität- und geschmackvoll, dass es keiner aufdringlichen Gewürzkombinationen bedarf. Herrlich klar und in wunderbaren Zusammenstellungen. Gerade so, als müsste es genau so sein.

Und dazu noch äußerst hübsch anzusehen. Auf dunkelblau glasierter Keramik kommen die Speisen daher. Die einzelnen Komponenten sind unaufdringlich auf den Tellern arrangiert. Nicht überfrachtet, doch zum Sattwerden. Das ist Christian Benndorf wichtig. Der roots-Gründer möchte seinen Gästen „normales Essen ohne Schickimicki und Chichi“ anbieten. „Bei uns gibt’s einen ordentlichen Löffel auf den Teller“, sagt er. „Willst ja auch satt werden.“

Über Norwegen, England und die Schweiz zurück nach Halle

Paradoxerweise haben Stationen in Sternerestaurants in Norwegen, England und der Schweiz Christian Benndorf zu dieser Bodenständigkeit gebracht. „In der Sterneküche geht es nicht mehr ums Kochen. Das ist Kunst. Es geht nicht ums Essen, sondern um Unterhaltung“, erklärt der Koch. „Ich wollte zurück zum Kochen. In einem gemütlichen Restaurant, das ein Gefühl von Zuhause vermittelt.“ Der Name roots ist also kulinarisch, aber auch territorial zu verstehen. Denn der gebürtige Jenaer bezeichnet Halle als seine Heimat. In die er auch der Liebe wegen zurückgekehrt ist.

Um die gastronomische Landschaft der Stadt im März 2019 mit nur zwei Mitstreitern um das roots Restaurant & Bistro zu bereichern. Heute zählen sieben Angestellte zum Team, das dienstags bis samstags abends sowie montags bis freitags zur Mittagszeit Gerichte der modernen europäischen Küche aus regionalen Zutaten anbietet.

Eine separate Kinderkarte gibt es übrigens nicht. Für uns völlig unproblematisch, da unser Kind seit dem Beikostbeginn genau das isst, was auch wir essen. Mit sehr wenigen Ausnahmen. Und weil ein Teller mit ansprechend angerichteten, naturbunten Leckereien ohnehin viel spannender ist als ein Haufen goldgelber Fritten mit Ketchupflatsch. Wenn der Kinder-Speiseplan daheim allerdings zwischen Pizza, Pasta und Pommes rotiert, gilt es das zu bedenken: gibt’s hier nicht. Nun, Nudeln vielleicht, aber eben nicht in der klassisch kindertauglichen Variante mit Tomatensoße.

„Inzwischen platzen wir aus allen Nähten.“ – Christian Benndorf

Ungefähr ein Jahr nach der Eröffnung dann die erste coronabedingte Schließung. „Die Zeit haben wir für einen professionellen Umbau der Küche genutzt“, erzählt Christian Benndorf. Nach zwischenzeitlicher Öffnung ab Juni 2020 waren die Türen des roots im März 2021 zum zweijährigen Bestehen des Restaurants wieder verschlossen. Die Freunde des Lokals sollten dennoch nicht auf den Genuss der Speisen verzichten müssen. Und so standen mit „roots in the box“ wöchentlich fünfzig Boxen zum Abholen oder zur Lieferung bereit. Mit diesen konnten sich die Kunden nach Anleitung daheim ihr eigenes rootstypisches Drei-Gang-Menü zaubern.

Die Boxen seien immer ausverkauft gewesen, erinnert sich Christian Benndorf. Und hätten dem roots einen ordentlichen Schub gegeben, was die Bekanntheit angeht. „Inzwischen platzen wir aus allen Nähten“, freut sich Christian Benndorf – Inhaber, Koch und, je nach Zahl der Besucher, auch mal Kellner im roots. Oder von jedem ein wenig. „Meine große Leidenschaft ist aber das Kochen“, sagt er. „In dem Stil und der Masse, wie wir es hier anbieten.“ Das spürt und schmeckt man. In bodenständiger Küche mit genau der richtigen Portion Rafinesse.

* Der Beitrag ist in freundlicher Kooperation mit dem roots Restaurant & Bistro entstanden, Werbung also. Unser Besuch des Lokals in der Saalestadt Halle erfolgte auf Einladung, der Text ist unbezahlt und zeigt lediglich unsere Erfahrungen und Meinung. DANKE für den angenehmen Abend und die unkomplizierte und freundliche Kommunikation, lieber Christian! ♡

Wo ihr in Halle (Saale) wunderbar übernachten könnt, erfahrt ihr in unserem Blogbeitrag zum Hotel the niu Ridge in der Rubrik STADT unter Halle (Saale) — Wohnen.

12 Kommentare

  1. Oh wie lecker, das sieht alles köstlich aus.
    Ich liebe ja Büffel-Mozarella und die Nachspeiße würde ich auch gern verdrücken. Leider für mich zu weit,da ich ja bei Nürnberg wohne, aber sollte ich mal in der Nähe sein, werde ich sicherlich das Restaurant wählen. Viele Grüße Melissa von melisssawxc.de

  2. Hallo
    und WOW, das Essen sieht echt lecker aus ♥
    Meine große Schwester wohnt in einem Nachbarort von Halle, definitiv müssen wir das Restaurant Roots auch mal besuchen wenn wir mal wieder bei meiner Schwester sind =)
    Ganz liebe Grüße,
    Janina

  3. Ich liebe Restaurants, welche regionale und qualitative Produkte verwenden. Das roots hört sich genau nach solch einem Restaurant an. Ein ganz schön geschriebener Beitrag!

  4. Liebe Anja – so ein schöner, ausführlicher Bericht! Bei den Fotos würde ich mich am liebsten zum Abendessen im Roots anmelden… Leider ist Halle ein ganz schönes Stück von Zürich entfernt – aber wer weiss – vielleicht ergibt es sich ja trotzdem einmal. 🙂

    Liebe Grüsse aus der Schweiz
    Manu

  5. Hätte es so etwas nicht geben können, als ich beruflich immer noch viel in Halle zu tun hatte? Sieht ja alles recht köstlich aus.

  6. Diese ungesunden „Kinderteller“ mochte ich auch noch nie! Lieber gesunde Alternativen, wie du es erwähnt hast. In Halle war ich glaube ich vor zwei Jahren das erste und vorerst letzte Mal, damals aber nur auf der Durchreise, sprich ich kenne die Stadt praktisch gar nicht! Sollte ich aber nochmal hinkommen, würde ich glatt in dem Restaurant vorbeischauen! Klingt ganz nach meinem Geschmack!

    Liebe Grüße
    Jana

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