HAMBURGS WILDNIS: IM WILDPARK SCHWARZE BERGE FRESSEN HÄNGEBAUCHSCHWEIN UND HOCHLANDRIND AUS DER HAND

* Gerade erst haben wir den Eingang passiert, als das Kind hangabwärts flitzt. Immer schneller und schneller. Geradewegs hinein in das Gehege der Hängebauchschweine. Was klingt, als könne es ein Unfall oder Missgeschick gewesen sein, ist genau so vorgesehen. Denn die dickbauchigen Borstentiere grunzen frei zwischen den hohen Nadelbäumen im Wildpark Schwarze Berge umher. Alle mit dem selben Ziel vor Augen, oder besser, vor der Schnauze: kirschkerngroße, grünbraune Kügelchen, die hier und da auf dem dunkelerdigen, zerwühlten Boden verstreut liegen. Es ist das Wildfutter, mit dem Parkbesucher die Tiere in den großen Frei- und Streichelgehegen füttern dürfen.

Abgepackt in kleinen Pappschachteln, lassen sich damit nicht nur Schweine, Damwild und Zwergziegen anlocken und aus unmittelbarer Nähe und in direktem Kontakt beobachten, sondern nahezu alle pflanzenfressenden Tiere des Wildparks in Rosengarten. Der Ort liegt südwestlich Hamburgs, kurz hinter der Stadtgrenze, und ist von der Hansestadt aus bequem zu erreichen. Wer mit dem Auto anreist, nimmt auf der Autobahn 7 die Abfahrt Marmstorf. Das Navi findet die Adresse – passenderweise Am Wildpark 1 – problemlos. Angekommen, stehen eingangsnah Parkplätze kostenfrei zur Verfügung.

1000 Tiere aus 100 Arten

Wer einen Besuch des Wildparks Schwarze Berge plant, sollte sich dafür unbedingt einen ganzen Tag freihalten. Der Spaziergang durch den fünfzig Hektar großen Park gleicht einer Waldwanderung. Gewundene Wege führen über Berge und durch Täler, vorbei an Seen. Und Tiergehegen. Die überwiegend so weitläufig und naturnah gestaltet sind, dass manch eines der insgesamt mehr als eintausend Tiere aus etwa einhundert Arten vom Alpaka über die Schleiereule bis hin zum Zwergotter erst nach einigem Beobachten zu entdecken ist. Oder auch mal gar nicht.

Ob Braunbär, Luchs oder Hochlandrind – wir können, teilweise mit etwas Geduld, etliche Tiere beobachten. Nur Dachs und Fuchs bleiben in ihren Verstecken. Eine Wegbiegung weiter haben wir es deutlich leichter. Eine Schar bunter Wasservögel präsentiert sich auf einem See. Angelockt mit entsprechendem Spezialfutter, ist es bald ein wildes Treiben auf dem Wasser. Sehr zur Freude des Kindes. Welche Ente erbeutet wohl die meisten der kleinen, schwimmenden Futterperlen?

Auf dem Rundweg und auf „Pirschpfaden“ durch den Wildpark Schwarze Berge

Die nächsten Tiere auf unserer gewählten  Route haben ebenfalls Flügel. Der Parkplan sieht übrigens einen auf den Beschilderungen rot markierten Rundweg vor, der beliebig über blau eingezeichnete „Pirschpfade“ erweitert werden kann. Dank der Größe des Wildparks wird es trotz großer Besucherzahl selten eng auf den Wegen und rings um die Gehege. Nun, da uns bis zur Flugschau noch etwas Zeit bleibt, pirschen wir noch kurz zum Streichelgehege der Ziegen. Und tauschen Futter gegen Streicheleinheiten. Die neugierigen und verschmusten Huftiere gehen als doppelte Gewinner aus diesem Handel hervor. Wir aber auch. Irgendwie.

Etwas mehr Feingefühl braucht es, um das besonders weiche, braungraue Winterfell des Damwilds streicheln zu können. Die eher scheuen Hirsche und ihre Hirschkühe schnappen sich flink das Futter aus der Hand und sind – schwuppdiwupp – wieder verschwunden. Hier ist eine ordentliche Portion Ruhe und bestenfalls Begegnung auf Augenhöhe gefragt. Für all diejenigen, die eine Körpergröße von maximal einem Meter und vierzig Zentimetern überschritten haben, heißt das also: ab auf die Knie. Und erstmal ausgiebig beschnuppern lassen.

Tägliche Flugschau, auch im Winter

Mit dem Betreten des Damwild-Freigeheges sind wir auch schon an der Falknerei angelangt. Die angrenzende Tribüne gibt den Blick frei auf ein grün bewachsenes Tal mit großem, von Laub- und Nadelbäumen umwachsenen See. Herrlich. Vor diesem beeindruckenden Panorama erwarten wir die Flugschau, welche auch in den Wintermonaten täglich stattfindet. Das Team der Eventfalknerei vermittelt während der Präsentation der gefiederten Tiere gleichermaßen professionell wie augenzwinkernd Wissen zum Leben und Verhalten der Vögel, darunter Adler und Bussarde. Die Nähe zu den dicht über den Köpfen der Besucher fliegenden, teils gigantischen Tiere ist beeindruckend.

Wer auch die Wolfsfütterung miterleben möchte, die in den Monaten von März bis Oktober jeden Sonntag stattfindet, sollte sich beeilen. Denn diese beginnt recht eng getaktet nach der Flugschau. Wir fliegen also quasi – das Kind auf den Schultern – zum Wolfsrevier. Mit den Braunbären liegt eine weitere Tierart, die uns sehr interessiert, auf dem Weg. Leider fehlt die Zeit für ausgiebige Beobachtungen. Und, zumindest bei einem Besuch des Parks mit (Klein-)Kind, sind die Distanzen schlicht zu groß, um den Weg nach der Fütterung noch einmal zurück zu gehen. Unterwegs verteilen wir also nur noch letztes Futter an das Rehwild und erhaschen einen Blick auf die Nutrias.

Wolfsfütterung in wenigen Sekunden

Am Wolfsgehege angekommen, hat die Vorstellung tatsächlich bereits begonnen. Da die Plätze in erster Reihe am Zaun begrenzt sind, bleibt das Kind auf dem Arm, um die Vorfahren des Lieblingstieres Hund sehen zu können. Eine Mitarbeiterin des Natur-Erlebnis-Zentrums im Wildpark Schwarze Berge versorgt die Besucher mit spannenden Fakten zum Wolf, zeigt Felle, Gipsabdrücke und Schädel und beantwortet Fragen, bevor die Tiere ihre Leckerbissen bekommen. Heute auf dem Speiseplan: Kuh. Die eigentliche Fütterung ist schnell geschehen, denn die beiden Wölfe, die in Sichtweite sind, verschlingen ihre Fleischstücke regelgerecht.

Tägliche Schaufütterungen werden beim Zwergotter, Fuchs und Waschbär angeboten. Darüber hinaus stellen die Tierpfleger in den Schulferien einmal wöchentlich Tiere vor und geben Einblicke in ihre Arbeit.

365 Tage im Jahr Wildnis erleben

Apropos Fütterung: Unsere Mägen knurren nach dem ausgiebigen Spaziergang durch die Wildnis Rosengartens, die an 365 Tagen im Jahr für Besucher geöffnet ist. Nach einer Stärkung erkunden wir abschließend noch den Abenteuerspielplatz. Auf Kletterelementen, Schaukeln, Rutschen und Trampolinen für Kinder unterschiedlichen Alters können all diejenigen, die nach der Wildparkwanderung noch Energie haben, ausgiebig toben und spielen. Bis zum Einbruch der Dunkelheit ist im Wildpark Schwarze Berge Zeit dafür, im Sommer maximal bis zwanzig Uhr.

So lange bleiben wir dieses Mal nicht. Die Mittagsschlafzeit haben wir vor lauter tierischen Eindrücken und wunderbaren Momenten verpasst, sodass unsere Nacht gern etwas früher beginnen darf.

* Der Beitrag ist in freundlicher Kooperation mit der Wildpark Schwarze Berge GmbH & Co. KG entstanden, Werbung also. Unser Aufenthalt im Wildpark erfolgte auf Einladung, der Text ist unbezahlt und zeigt lediglich unsere Erfahrungen und Meinung. DANKE für den wunderschönen Tag in der Wildnis Rosengartens, südwestlich der Hansestadt Hamburg, und die unkomplizierte und freundliche Kommunikation, liebe Annica Erxleben! ♡

Wo ihr in Hamburg wunderbar übernachten könnt, erfahrt ihr in einem unserer nächsten Blogbeiträge in der Rubrik STADT unter Hamburg — Wohnen.

14 Kommentare

  1. Liebe Anja,

    bislang kenne ich den Wildpark Schwarze Berge nur aus dem Radio, weil ich immer seine Werbung höre. Live war ich da leider noch nie. Aber das sollte ich dringend mal ändern, denn das was du beschreibst klingt richtig toll. Und ich als großer Wolfsfan kann mir natürlich eine Fütterung nicht entgehen lassen.
    Cool finde ich übrigens, dass die Schweine und Rinder gefüttert werden dürfen. Danke für diesen tollen Einblick.

    Liebe Grüße
    Mo

  2. Oh, das ist ja ein „Rundum“-Wildpark. 50 Hektar, wow!! Ich kenne hier unten im Süden den Wildpark Poing (bei München) oder den winzigen aber super-schönen bei Landsberg am Lech. Dort laufen alle Tiere – außer Wildschweine – frei um die Spaziergänger herum.
    Ein schönes Gelände euer Hamburger Park. Ich werde ihn meinen Hamburger Freunden weitersagen.
    PS: Mich persönlich interessieren die Greifvögel und ihre Flüge.

    • Liebe Manuela,
      uns hat die Weitläufigkeit des Parks besonders gut gefallen. Wir sind gern im Wald unterwegs und irgendwie war es wie ein Waldspaziergang, während dem wir hin und wieder Tiere beobachten konnten.
      Herzliche Grüße
      Anja

  3. Ich wusste gar nicht, dass es bei Hamburg so einen Wildpark gibt! Aber ich war auch noch nicht oft in der Gegend! Das Hochlandrind hätte ich auch gern gefüttert, die finde ich nämlich total kuschelig 🙂 Als wir in Schottland waren, hatten wir auch welche gesehen! Und bei einem Adlerflug hatte ich vor Jahren auch mal zugeschaut! Faszinierende Tiere!

    Liebe Grüße
    Jana

  4. Klingt, als hättet ihr dort einen sehr schönen Tag verbracht!
    Und irgendwie fällt mir mal wieder auf, wie niedlich Hängebauchschweine doch sind… 🙂

  5. Wow, diese Hängebauchschweine sind ja extrem süß! Ich mag solche Wildparks sehr gerne. Habe erst neulich einen in der Nähe von Güstrow in MV besucht. Das Füttern werde ich lieber Anderen überlassen und mich aufs Fotografieren konzentrieren. Ich bin demnächst dort in der Gegend und werde mal hinfahren. Guter Tipp – scheint ja ein guter Fotospot zu sein. Wenn man manchmal ein bisschen Geduld braucht, finde ich das nur positiv, denn es erhöht die Spannung. Aus fotografischer Sicht ist der Park dann eine Mischung aus Zoo und freier Wildbahn. Man bekommt die Motive nicht auf dem Silbertablett, aber man hat trotzdem gute Chancen auf gute Bilder. Gute goldene Mitte…
    LG Renate von Trippics

  6. Ihr Lieben,

    Das klingt nach einer wunderschöne Runde für große und kleine Kinder.
    Mich spricht das schwarze Hängebauchschwein echt an, das wirkt komplett entspannt 🙂

    Es sieht aus, als ob die Tiere wirklich viel Platz haben und sich wohlfühlen.

    Danke für den Tipp, wenn auch arg weit weg für mich.

    Liebe Grüße, Katja

  7. Huhu,

    wow. Ich liebe Tierparks und Zoos total, aber nur wenn sie wirklich artgerecht (so wie es nunmal möglich wäre) sind. Hier finde ich spricht vieles dafür. Die Fotos zeigen wirklich tolle Gehege und gepflegte Tiere. Wäre definitiv was für mich. Das Foto mit dem Bär finde ich am besten.

    LG Steffi

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